Ü – Heißausbildung Flanschbrand

Am Freitag, dem 9. Oktober 2026, fand beim Feuerwehrhaus in Oberkreuzstetten eine Heißausbildung zum Thema „Brandbekämpfung bei einem Flanschbrand“ statt. Bei dieser Übung konnten drei Atemschutztrupps wertvolle Erfahrungen im Umgang mit einem Flanschbrand sammeln.

Ein Flanschbrand ist ein Brand, der an einer Flanschverbindung einer Gasrohrleitung entsteht. Kommt es beispielsweise durch eine beschädigte Dichtung, Korrosion oder mechanische Einwirkung z.B. bei Bauarbeiten zu einer Undichtigkeit, kann brennbares Gas austreten. Wird dieses Gas entzündet, entsteht eine fackelähnliche Flamme direkt an der Flanschverbindung. Man spricht in diesem Fall von einem Flanschbrand.

Bei einem derartigen Schadensereignis ist es für uns besonders wichtig, die Flammen nicht direkt abzulöschen, da der Gasaustritt weiterhin besteht und das Feuer für uns die sichtbare Erscheinung des austretenden Gases darstellt. Daher lautet die Einsatztaktik, die Flamme kontrolliert brennen zu lassen, die Umgebung vor einer Entzündung zu schützen und gleichzeitig die Gaszufuhr abzusperren. Erst durch das Schließen der Armatur bzw. das Unterbrechen der Gaszufuhr kann der Brand endgültig gelöscht werden.

Ein direktes Ablöschen der Flamme kann gefährlich sein, wenn der Gasaustritt weiterhin besteht, da sich eine brennbare Gaswolke bilden könnte, die zu einer Verpuffung oder Explosion führen kann.

Bei dieser Übung bestand daher das primäre Ziel eines Atemschutztrupps darin, unter dem Schutz des Sprühstrahls die Gaszufuhr sicher abzuschalten.

Zu Beginn jedes Durchgangs erfolgte eine Unterweisung über das richtige Vorgehen der Atemschutztrupps bei einem Flanschbrand. Als Vorbereitung wiederholte der Ausbildner den Umgang mit dem Hohlstrahlrohr und ging dabei auf die verschiedenen Strahlbilder ein.

Anschließend rüstete sich der jeweilige Atemschutztrupp mit schwerem Atemschutz aus, während parallel eine C-Löschleitung mit Hohlstrahlrohr vorbereitet wurde. Vor dem Vorgehen in den Gefahrenbereich wurden Schlauchreserven gebildet, um sicherzustellen, dass für den gesamten Weg zur Brandstelle ausreichend Löschleitung vorhanden war. Vor dem Einmarsch wurde die Löschleitung zusätzlich entlüftet, um sicherzustellen, dass das Löschwasser unmittelbar an der Brandstelle zur Verfügung steht.

An der festgelegten Gefahrengrenze schlossen die Truppmitglieder ihre Lungenautomaten an. Der Trupp rückte anschließend über zwei Hindernise in Richtung des brennenden Flansches vor. Um zur Brandstelle vorzudringen, musste eine Türöffnung vorgenommen werden.

Der Angriff erfolgte unter gezieltem Einsatz des Hohlstrahlrohres im Sprühstrahlbetrieb. Durch die dabei entstehende Wasserwand wurde die Wärmestrahlung des brennenden Gases wirksam abgeschirmt. Durch den gezielten Wassereinsatz konnten die Flammen so zur Seite abgelenkt werden, dass ein Kamerad, geschützt durch den Sprühstrahl, direkt an die Armatur herantreten und das Ventil schließen konnte. Mit dem Abdrehen der Gaszufuhr erloschen die Flammen schlagartig, womit das Übungsziel erfolgreich erreicht wurde.

Wir bedanken uns bei der Feuerwehr Oberkreuzstetten für die Organisation der Heißausbildung.